Calodera cochlearis ASSING, 1996

( Staphylinidae, Abb. 7) wurde aufgrund der unterschiedlichen Grösse des männlichen Genitalorgans (Abb. 8) und der spezifischen Form seiner Apikalsklerite von der häufigen C. aethiops (GRAVENHORST, 1802) abgespalten (vgl. ASSING 1998: 185, 187). Die Art europäischer Verbreitung ist bislang nur aus Deutschland, Polen, der Tschechischen Rebublik und der Ukraine bekannt (SCHÜLKE & SMETANA 2015: 687). In Deutschland war C. cochlearis bislang nur im Norden aus Brandenburg und entlang der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bekannt (vgl. BLEICH et al. 2023). Der Fund am Haimberg stellt somit den ersten deutschen Nachweis südlich der Tiefebene in den Mittelgebirgen dar. Nach ASSING (1996: 5) besiedeln die Arten der Gattung Calodera Phytodetritus an feuchten bis nassen Standorten, häufig in unmittelbarer Nähe von Gewässern. Ein Pärchen der C. cochlearis wurde am 28.5.2022 aus der feuchten Bodenstreu eines Carex -Bestands am Rand des bei Aloconota coulsoni erwähnten Quellzuflusses des Haimbachs bei 50°32‘27‘‘N, 9°37‘12‘‘E (Abb. 1) gesiebt.

SCHMIDL et al. (2021: 46) stufen die Art bundesweit als sehr selten ein, verzichten aber aufgrund der unzureichenden Datengrundlage auf eine Gefährdungsbeurteilung.