Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.

Nadel-Sumpfbinse

Art ISFS: 145000 Checklist: 1016220 Cyperaceae Eleocharis Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 2-10(-20) cm hoch, Stängel fadenförmig (0,2-0,4 mm dick), undeutlich 3-4kantig, blattlos, viele Stängel steril (nur bei dieser E.- Art), sehr dichte Rasen bildend. Grundständige Blattscheiden oft rot. Ähre spitz spindelförmig, 2-4 mm lang, meist 3-8 blütig . Perigonborsten meist fehlend. Narben 3. Frucht spindelförmig, weisslich glänzend, ca. 1 mm lang.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Feinsandige, zeitweise überschwemmte Strandzonen / kollin-subalpin / M, J, vereinzelt A

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch-nordamerikanisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 5w + 42+43 + 3.h.2n=20

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen Regulierung des Wasserstandes, Rückgang von Überflutungsflächen, die zeitweise trockenfallen Fehlende Dynamik, rasche Sukzession Zerstörung des Lebensraums (Baden, Camping, Grillieren) Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund oder oval. Leitbündel in einer Reihe. Rechteckige Stützen . Epidermiszellen aussen verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter <0.5 mm, center full, radius of culm in relation to wall thickness 1:1. Outline circular with a smooth surface. Culm-center full, containing unlignified cells. Epidermis cells inside thin, peripheral thicker-walled (lignified). Guard cells externally rounded off. Large vascular bundles arranged in one peripheral row. Small or rudimentary vascular bundles within the chlorenchyma. Chlorenchyma in round, oval, square or rectangular groups. Sclerenchyma belt absent. Groups of sclerenchyma square or rectangular. Sclerenchymatic sheath around vascular bundles bilateral, large at both radial ends. Vessels arrangement in vascular bundles in lateral position. Largest vessel in the bundle small, <20μm. Cavities (intercellulars) between parenchyma cells absent. Distinct cavities (intercellulars) in the protoxylem area of vascular bundles.

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

2.1.3 - Strandlingsgesellschaften (Littorellion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Füberschwemmt, bzw. unter Wasser; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhellSalzzeichen1
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Tunter-montan und ober-kollin
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.

Volksname Deutscher Name: Nadel-Sumpfbinse, Nadelbinse, Nadelried Nom français: Heleocharis épingle Nome italiano: Giunchina aghiforme

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Checklist 2017145000
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Flora Helvetica 20012497
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Flora Helvetica 20122673
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Flora Helvetica 20182673
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Index synonymique 1996145000
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Landolt 1977422
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Landolt 1991371
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.SISF/ISFS 2145000
=Eleocharis acicularis (L.) Roem. & Schult.Welten & Sutter 19822403

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2b(iii)c(iv)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)B2b(iii)c(iv)
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)B2b(iii)c(iv)
Alpennordflanke (NA)verletzlich (Vulnerable)B2b(iii)c(iv)
Alpensüdflanke (SA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)c(iv)
Östliche Zentralalpen (EA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)c(iv)
Westliche Zentralalpen (WA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
AGVollständig geschützt(01.01.2010)
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen Ex-situ Vermehrung von indigenem Material (Samen) und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Vernetzung von Vorkommen, allerdings nur, wenn Dynamik gewährleistet ist Bestehende Pflegemassnahmen weiterführen Zählung der Art fördern Suche an ehemaligen Fundstellen Regulierung des Wasserstandes, Rückgang von Überflutungsflächen, die zeitweise trockenfallen Keine Regulierung des Wasserstandes Natürliche Seespiegelschwankungen weiterhin zulassen bzw. fördern Renaturierung von Uferfeuchtgebieten durch Bodenabtrag im Uferbereich von Seen und Flüssen (Beispiel Rheinuferrenaturierung Flaach (ZH) führte zu einer massiven Ausbreitung der Art) Fehlende Dynamik, rasche Sukzession Dynamik, Störung fördern Renaturierungen z.B. in Auen, Wasserstandsschwankungen an Seen zulassen Pionierstandorte seenah, in Grosseggenrieden und Übergängen zu Röhrichten schaffen und offenhalten (v.a. Drei Seen-Gebiet, z.B. durch Beweidung wie Fanel Söibucht, BE) Inselbildung durch Auflandung in Stauseen (z.B. Wohlensee, BE) zulassen, fördern Zerstörung des Lebensraums (Baden, Camping, Grillieren) Schutz der Fundstellen (z. B. Mikroreservate) Regelmässige Bestandeskontrollen In-situ Massnahmen Close