Stenus abductus nov.sp. (Abb. 6, 16, 29, 46, 51, 61, 87, 101)

Stenus biplagiatus; ROUGEMONT, 1981: 343; 1983: 52; PUTHZ, 1983: 149, 151

M a t e r i a l u n t e r s u c h t: Holotypus (♂): MYANMAR: Taunggi, 6.IV.1988, G. de Rougemont . Paratypen: 25♂♂, 24♀♀: ibidem, 12.III.1979; 1.1., 24.V., 27.V.1980; 1.1., 14.I.1981; 30.I., 14.III., 18.III., 19.III.1982,idem; 1♂: Shan State, ca. 35 km N Aungban, 20 o 55.20 N, 96 o 33.60 E, ~ 1320m, 31.V.-8, VI.2002 (MBS 81 D) . THAILAND: 4♂♂, 2♀♀: Chiang Mai Prov., Doi Pui, 14.III.1982, III.1987, idem.- HT und PTT in coll. de Rougemont (Oxford), PTT in NHMW und in cP .

B e s c h r e i b u n g: Makropter, schwach schimmernd, schwarz, Elytren mit einer ovalen, orangenen Makel in der hinteren Aussenhälfte (Abb. 46; EL: LM ~2,5); Vorderkörper grob bis sehr grob, sehr dicht, am Pronotum auch selten kurzrugos punktiert/skulptiert (Abb. 6, 16), Abdomen von vorn bis hinten sehr dicht, vorn grob, hinten noch ziemlich grob punktiert (7. Tergit: Abb. 29); Beborstung kurz, anliegend. Paraglossen konisch. 1. und 2. Glied der Kiefertaster und Fühlerbasis rötlichgelb, 3. Kiefertasterglied und Fühlerkeule gebräunt, Beine rötlichgelb, Schenkel zur Spitze leicht verdunkelt. Clypeus schwarz, Oberlippe braunschwarz, dünn beborstet. Abdomen seitlich breit gerandet, 4. Tarsenglied tief gelappt.

Länge: 5,5-6,5mm (Vorderkörperlänge: 2,3-2,6mm).

PM des HT: HW: 42; DE: 25; PW: 32; PL: 36; EW: 45; EL: 47; SL: 37.

Männchen: Mittelschienen mit kleinem Apikaldorn, Hinterschienen mit kräftigem Präapikaldorn. Metasternum breit und tief eingedrückt, median fein und äusserst dicht, zu den Seiten gröber und weniger dicht punktiert und beborstet (Abb. 61). Vordersternite einfach, 7. Sternit in der Hinterhälfte mit tiefem Mitteleindruck, dieser seitlich kielförmig gerandet, die Kiele deutlich über den Hinterrand des Sternits vorspringend, Hinterrand rund ausgerandet, Eindruckpunktierung fein und ziemlich dicht (Abb. 51). 8. Sternit mit runder Ausrandung etwa im hinteren Achtel des Sternits. 9. Sternit mit langem Apikolateralzahn, apikomedian fein gesägt. 10. Tergit am Hinterrand abgerundet. Apikalpartie des Medianlobus (Abb. 87) spitzwinklig verengt, Ausstülphaken dünn, undeutlich verbunden; Parameren breit, den Medianlobus deutlich überragend, in ihrer Vorderhälfte löffelförmig erweitert, mit zahlreichen Borsten.

Weibchen: 8. Sternit zur Hinterrandmitte rundlich vorgezogen. Valvifer apikolateral spitz. 10. Tergit wie beim Männchen. Spermatheka (Abb. 101), Infundibulum etwa fünfmal so lang wie breit, mittlerer Spermathekengang zweimal gewunden, Endschlauch kürzer als der mittlere Spermathekengang.

D i f f e r e n z i a l d i a g n o s e: DieseneueArtder abdominalis- Gruppe ist bisher mit S. biplagiatus PUTHZ verwechselt worden; sie lässt sich von ihm bei Dorsalansicht kaum unterscheiden, nur das 7. Tergit ist etwas weniger grob und etwas weniger dicht punktiert. Die Sexualcharaktere der Männchen erlauben jedoch eine klare Trennung: bei S. biplagiatus sind die Mittelschienen einfach, nur die Hinterschienen tragen einen Präapikaldorn, das Metasternum ist abgeflacht und vor den Hinterhüften etwas niedergdrückt, wenig grob, äusserst dicht punktiert und beborstet, in der hinteren Mitte mit einem dicht beborsteten, erhobenen Mittelkiel versehen (Abb. 57, 58; darin dem S. languor L. BENICK ähnlich). Der Medianlobus ist vorn schlanker, spitzer und besitzt eine vorn U-förmig ausgerandete Ausstülpspange (Abb. 81). Die Spermatheken beider Arten zeigen keine signifikanten Unterschiede. ̅ Von S. languor L. BENICK unterscheidet sich die neue Art unter anderem durch grössere Elytrenmakel und weniger deutlich bedornte Mittelschienen (diese tragen bei S. languor einen starken Präapikalzahn) sowie durch den Aedoeagus (vgl. Abb. 86).

Um die Artberechtigung dieser neuen Art festzustellen, musste ich den Holotypus des S. biplagiatus noch einmal untersuchen, vor allem deswegen, weil ich bei meiner Beschreibung vor fast 50 Jahren das Metasternum nicht berücksichtigt hatte. Von S. biplagiatus kenne ich ausser dem HT bisher nur noch folgende Stücke: 2♂♂, 2♀♀: MYANMAR: Mandalay Region, Mogok Township, S Paulin vill, Mt. Taung Mae, ca. 1870m, ca. 22 o 58̕06̕̕N, 96 o 27̕29̕̕E, 17.-24.V.2016, Schillhammer et al. (MBS 2128).

Die folgenden Weibchen kann ich keiner der beiden hier behandelten Arten sicher zuordnen: VIETNAM: 1♀: Tam Dao, Perrot (Museum Paris). LAOS: 1♀: Champasak prov., Bolaven Plateau, Muang Paxong, Ban Thongvay, 1000-1200m, 15o14.398̕N, 106031.806̕E, disturbed primary rainforest, 7.-16.VI.2008, Solodovnikov & Pedersen (Museum Kopenhagen). MALAYSIA: 1♀: Kalantan, 60 km NE Tanah Rata, Tanah Kerajaen, 1000m, 12.-30.IV.2007, Cechovsky (coll. Snäll). CHINA: 1♀: W Sichuan, Ya̕an Pref., Tianqan Co., Jiajin Shan, Tal oberhalb Labahe N. R. St., 57 km W Ya̕an, 30 o 06̕N, 102 o 25̕E, 1800m, 12.VII.1999, M. Schülke (coll. Schülke, Berlin).

E t y m o l o g i e: Der Name dieser neuen Art bezieht sich auf das lateinische Wort ̎ abductus ̎ = abgesondert.