Ophioglossum vulgatum L.

Gemeine Natterzunge

Art ISFS: 277900 Checklist: 1031050 Ophioglossaceae Ophioglossum Ophioglossum vulgatum L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 10-20(-30) cm hoch. Sporangienstand ährenförmig- 2reihig, 2-5 cm lang und 3-4 mm breit, bis 10 cm lang gestielt, auf einem länglich-eiförmigen, ungeteilten und ganzrandigen, gelbgrünen, fettig glänzenden, am Grund trichterförmig in den langen Stiel verschmälerten Blatt.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Feuchte, kalkhaltige Wiesen / kollin-montan / CH, aber überall selten

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch- nordamerikanisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 4w + 42-333.g.2n=480

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Zerstörung des Lebensraums (Austrocknung, Umwandlung von Magerrasen, Verstädterung) Verbuschung, Beschattung Konkurrenz Eutrophierung Rückgang von Feuchtmulden ( Riedgräben) und gelegentlichen Überflutungen

Ökologie

Lebensform Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

2.3.1 - Pfeifengraswiese (Molinion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fsehr feucht; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhalbschattigSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Tmontan ( Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Ophioglossum vulgatum L.

Volksname Deutscher Name: Gemeine Natterzunge Nom français: Ophioglosse commun, Langue de serpent Nome italiano: Ofioglosso comune

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Ophioglossum vulgatum L.Checklist 2017277900
=Ophioglossum vulgatum L.Flora Helvetica 200129
=Ophioglossum vulgatum L.Flora Helvetica 201219
=Ophioglossum vulgatum L.Flora Helvetica 201819
=Ophioglossum vulgatum L.Index synonymique 1996277900
=Ophioglossum vulgatum L.Landolt 197759
=Ophioglossum vulgatum L.Landolt 199154
=Ophioglossum vulgatum L.SISF/ISFS 2277900
=Ophioglossum vulgatum L.Welten & Sutter 198223

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A4c

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)stark gefährdet (Endangered)C2a(i)
Mittelland (MP)verletzlich (Vulnerable)A4c
Alpennordflanke (NA)verletzlich (Vulnerable)A4c
Alpensüdflanke (SA)verletzlich (Vulnerable)A4c
Östliche Zentralalpen (EA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)D
Westliche Zentralalpen (WA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
NWVollständig geschützt(29.11.2005)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Zerstörung des Lebensraums (Austrocknung, Umwandlung von Magerrasen, Verstädterung) Wechselfeuchte Stellen in Riedwiesen und Übergängen zu Magerwiesen erhalten Wiesen richtig pflegen, ohne Düngung Verbuschung, Beschattung Regelmässige Mahd der Flächen ( frühestens ab 1. September), keine Brachen Aufkommende, dichter werdende Jungpflanzen von Frangula/Alnus bei Bedarf evtl. zusätzlich von Hand bekämpfen Konkurrenz Niedrigwüchsige bzw. lichtdurchflutete, im Frühling/Frühsommer lichte Flächen erhalten/schaffen, verhindern der Dominanz von deckenden Arten wie Grossseggen und Neophyten (ab Sommer vermutlich weniger wichtig, es wurden auch schon vitale Bestände unter dicht deckenden Goldruten gefunden...) Eutrophierung Pufferzonen einhalten, Art wächst offenbar teils auch in etwas nährstoffreicheren Stellen von mageren Riedwiesen, wenn dang durch Nährstoffzufuhr diese zu hochwüchsig und/oder dicht werden verschwindet die Art Rückgang von Feuchtmulden ( Riedgräben) und gelegentlichen Überflutungen Erhaltung oder förderung von periodisch feuchten Mulden oder Flächen Ex situ Material Close