Stachys germanica L.

Deutscher Ziest

Art ISFS: 405800 Checklist: 1045220 Lamiaceae Stachys Stachys germanica L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 30-100 cm hoch, weiss wollig-filzig. Blätter länglich-eiförmig, fein stumpf gezähnt, am Grund abgerundet oder herzförmig, die unteren gestielt, die oberen sitzend. Blüten in zahlreichen, zuoberst dicht stehenden 12-20 blütigen quirligen Teilblütenständen . Krone rosa bis purpurn, 12-18 mm lang. Oberlippe ganzrandig oder ausgerandet, Unterlippe grösser, mit undeutlicher Zeichnung. Teilfrüchte glatt, ca. 2 mm lang.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Trockene Wiesen, Schuttplätze / kollin(-montan) / Zerstreut J, A und M

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Südeuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 243-44 + 4.h-t.2n=30

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Herbizide Zerstörung des Lebensraums (Strassen- und Siedlungsbau) Verbuschung, Beschattung

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt, Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

7.1.5 - Trockenwarme Ruderalflur (Onopordion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig trockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl Nmässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Stachys germanica L.

Volksname Deutscher Name: Deutscher Ziest Nom français: Epiaire tomenteuse Nome italiano: Stregona germanica

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Stachys germanica L.Checklist 2017405800
=Stachys germanica L.Flora Helvetica 20011669
=Stachys germanica L.Flora Helvetica 20121583
=Stachys germanica L.Flora Helvetica 20181583
=Stachys germanica L.Index synonymique 1996405800
=Stachys germanica L.Landolt 19772523
=Stachys germanica L.Landolt 19912053
=Stachys germanica L.SISF/ISFS 2405800
=Stachys germanica L.Welten & Sutter 19821402

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Archeophyt: vor der Entdeckung von Amerika in der Region aufgetreten (vor 1500)

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: D1

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)stark gefährdet (Endangered)D
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)D
Alpennordflanke (NA)stark gefährdet (Endangered)D
Alpensüdflanke (SA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Östliche Zentralalpen (EA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Westliche Zentralalpen (WA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
Schweiz--
GEVollständig geschützt(25.07.2007)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Herbizide Kein Herbizideinsatz an Wegrändern Zerstörung des Lebensraums (Strassen- und Siedlungsbau) Priorität für gefährdete Lebensräume und Arte, angepasste Planung Auszonung Schaffen günstiger Pionierstandorte entlang von Gehsteigen, Straßenrändern und Böschungen Ruderalvegetation zulassen Verbuschung, Beschattung Fundstellen ausholzen Gegebenenfalls entbuschen (eine Studie im Diemeltal zeigte, dass die Entbuschung von verlassenen Kalkrasen die Rückkehr der Art gefördert hat)