Prunella laciniata (L.) L.

Weisse Brunelle

Art ISFS: 328000 Checklist: 1036470 Lamiaceae Prunella Prunella laciniata (L.) L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie P. vulgaris, aber Pflanze ziemlich dicht weiss behaart, Stängelblätter mindestens teilweise mit langen, schmalen Zähnen oder fiederteilig, Krone gelbweiss, 1,5- 2 cm lang. Auch bei P. vulgaris und P. grandiflora kommen gelegentlich Formen mit fiederteiligen Blättern vor ( var. pinnatifida) .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Trockene Rasen in warmen Lagen / kollin-montan / J, MW am Jurafuss, AS u.a.

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mediterran

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 242-44 + 3.h.2n=28

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Eutrophierung und Herbizideinsatz Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensivierung) Zerstörung des Lebensraums ( Siedlunstätigkeit, Bautätigkeit) Verlust des Lebensraums (Aufgabe der Nutzung, Konkurrenz, Sukzession) Kleine, isolierte Vorkommen Hybridisierung mit Prunella vulgaris und möglicherweise Prunella grandiflora

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.2.4 - Mitteleuropäischer Halbtrockenrasen (Mesobromion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig trockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Prunella laciniata (L.) L.

Volksname Deutscher Name: Weisse Brunelle Nom français: Brunelle blanche, Brunelle laciniée Nome italiano: Prunella gialla

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Prunella laciniata (L.) L.Checklist 2017328000
=Prunella laciniata (L.) L.Flora Helvetica 20011647
=Prunella laciniata (L.) L.Flora Helvetica 20121593
=Prunella laciniata (L.) L.Flora Helvetica 20181593
=Prunella laciniata (L.) L.Index synonymique 1996328000
=Prunella laciniata (L.) L.Landolt 19772493
=Prunella laciniata (L.) L.Landolt 19912025
=Prunella laciniata (L.) L.SISF/ISFS 2328000
=Prunella laciniata (L.) L.Welten & Sutter 19821414

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A3c

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)A3c
Mittelland (MP)verletzlich (Vulnerable)A3c
Alpennordflanke (NA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)C1
Alpensüdflanke (SA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)C1
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)C1

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
SHVollständig geschützt(06.03.1979)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Eutrophierung und Herbizideinsatz Pufferzonen ausscheiden Verbot des Einsatzes von Herbiziden Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensivierung) Entwicklung von Weinbergen vermeiden Förderung der traditionellen Landwirtschaft ( jährliche Mahd oder extensive Beweidung) Biodiversitätsverträge abschließen Leichte Bödenstörungen zulassen (bei Extremstandorten extensive Weide) Zerstörung des Lebensraums ( Siedlunstätigkeit, Bautätigkeit) Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmäßige Bestandeskontrollen (Monitoring) Priorisierung der Lebensraum und ihrer ökologischen Bedeutung in Projekten Verlust des Lebensraums (Aufgabe der Nutzung, Konkurrenz, Sukzession) Förderung und Erhaltung der traditionellen Nutzung von Trockenrasen Renaturierung der Magerrasen (Mesobromion) durch Entbuschung und Wiederaufnahme extensiver Nutzung Periodisch entbuschen Neuschaffung von sandigen oder mergeligen Pionierflächen in trockenwarmen Gebieten durch Bodenabtrag oder Schüttung von humusfreiem, kalkreichem Aushubmaterial (Sand, Schluff, Mergel) Kleine, isolierte Vorkommen Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen Neuansiedlungen vor Verbiss (Hirsche, Rehe) schützen Hybridisierung mit Prunella vulgaris und möglicherweise Prunella grandiflora Moeglichst keine Nachbarschaft der anderen Prunella Arten MoeglicheLoesungen zur Vermeidung von Hybridisierung untersuchen Ex situ Material Close Mehr Informationen Emwelt.lu, portail de l'environnement: Plans d'actions habitats S. Naumann & C. Junck, 2009: Aktionsplan Kalk-Halbtrockenrasen Mesobromion