Epipogium aphyllum (F. W. Schmidt) Sw.,

Blattloser Widerbart

Rhizom korallenartig verzweigt, mit Blattschuppen, ohne Wurzeln. Pflanze ohne Blattgrün, gelblich bis braun, im obern Teil oft etwas violett. Stengel 10-30 cm hoch, mit wenigen, schuppenförmigen, den Stengel scheidenartig umfassenden Blättern . Blütenstand wenigblütig (2-4-, selten bis 8 blütig). Tragblätter oval, dünn, fast weiß, die Blüte (mit Ausnahme des Sporns) bis zum Aufblühen umschließend . Blüten hängend, so gestellt, daß Lippe und Sporn nach oben gerichtet sind (jedoch ohne eine Drehung des Fruchtknotens; sonst nur bei Malaxis und Nigritella Lippe aufwärts gerichtet!). Perigonblätter spreizend, schmal lanzettlich, 10-14 mm lang, die äußern 1-2 mm breit, die innern 3-4 mm breit, hohlrinnig, mit stumpfer Spitze; Lippe aufwärts gerichtet, ungefähr so lang wie die Perigonblätter, nahe dem Grunde mit 2 seitlichen, kleinen, halbkreisförmigen Abschnitten; Mittelabschnitt rundlich bis oval, selten 3eckig, am Rande kraus, auf der Fläche in der Längsrichtung mit parallelen, strichförmigen, krausen, roten Wülsten; Sporn aufwärts gerichtet, mit der Lippe einen spitzen Winkel bildend, oder sie berührend, stumpf, länger und dicker als der Fruchtknoten. - Blüte: Sommer.

Zytologische Angaben. 2n = 68: Material aus Schweden; Embryosackentwicklung ohne Abnormitäten (Afze-lius 1954).

Standort. Montan und subalpin, seltener kollin. Feuchte Böden mit dicker, lockerer Humusauflage. Schattige Fichten-, Tannen- und Buchenwälder . Oft auf faulendem Holz.

Verbreitung. Eurosibirische Pflanze: Nordgrenze durch England, Skandinavien (70° NB), in Asien bis etwa 60° NB, ostwärts bis Kamtschatka und Sachalin; im Süden nur in Gebirgen, Südgrenze durch Pyrenäen, Apennin (sehr selten), Olymp, Krim, Kaukasus, Himalaja, ostwärts bis Japan. Verbreitungskarte von Meusel (1964). -Im Gebiet zerstreut, sehr selten (auf kleinen Flächen oft in Menge) und nicht jedes Jahr blühend .