Aceras anthropophorum (L.)

Alton,

Spornlos

Knollen kugelig oder eiförmig . Stengel aufrecht, 15-40 cm hoch, beblättert . Unterste Blätter meist oval, mit der größten Breite in der Mitte, stumpf, mit aufgesetzter Spitze; obere Stengelblätter den Stengel scheidig umfassend. Blütenstand bis 15 cm lang, locker, vielblütig . Tragblätter lanzettlich, spitz, hellgrün, kürzer als der Fruchtknoten. Blüten: Perigonblätter zu einem halbkugeligen Helm (Durchmesser 4-5 mm) zusammenneigend; die 3 äußern Perigonblätter oval ( größte Breite unterhalb der Mitte), grün mit rotem oder violettem Rand, am Rande miteinander verklebt; die beiden innern Perigonblätter schmal lanzettlich, grün . Lippe etwa 10 mm lang, gelbgrün bis rotbraun, ohne Sporn, bis auf 1/4 3teilig; Mittelabschnitt ungefähr 1 mm breit, bis auf 2teilig, mit spreizenden Zipfeln; Seitenabschnitte einfach, allmählich zugespitzt, in der Mitte etwa 0,5 mm breit, 2/4 - 3/4 so lang wie der Mittelabschnitt. - Blüte: Später Frühling und früher Sommer.

Zytologische Angaben. 2n - 42: Material vom Monte Brè bei Lugano (Heusser 1938), ohne Herkunftsangabe (Barber 1942), aus Holland (Kliphuis 1963).

Standort. Kollin, seltener montan. Nur auf kalkhaltigen, lockeren, feinerdereichen, humosen Böden . Trockene Magerwiesen, lichte Gebüsche und lichte Laubmischwälder in Gegenden mit. mildem Klima.

Verbreitung. Mediterrane Pflanze: Nordgrenze durch England, Belgien, Holland, Moseltal, Linz am Rhein, Hegau; östlichste Vorkommen nördlich der Alpen am Untersee (Naegeu 1933); verbreitet im ganzen Mediterrangebiet (eingeschlossen Nordwestafrika), ostwärts bis Dalmatien, Griechenland, Türkei (Smyrna) und Libanon. -Verbreitungskarte von Meusel (1964). - Im Gebiet von Westen her dem Jura entlang bis Hegau und Bodenseegebiet, Elsaß, Oberrheinische Tiefebene ( Hügelland), Unterwallis, Südrand der Alpen, im Westen ziemlich häufig, sonst selten.

Bemerkungen. Auf Korsika w r ächst Aceras anthropophorum auch in kalkfreien Gebieten ( Litardière 1947).