20. Orchis sambucina L.

( Dactylorchis sambucina [L.] Vermeulen),

Holunder-Orchis

Knollen meist handförmig geteilt. Stengel 10-30 cm hoch, in frischem Zustand nicht hohl. Blätter oval, 5-10 cm lang, 3-4mal so lang wie breit { größte Breite über der Mitte); alle ohne Flecken, obere Blätter den Blütenstand meist erreichend. Blütenstand 3-15 cm lang, zylindrisch, dichtblütig . Tragblätter blattähnlich, lanzettlich, wenigstens die untersten die Blüten weit überragend, grün bis rot. Blüten gelb und rot; 2 äußere Perigonblätter abstehend aufwärts gerichtet oder zurückgebogen, 3 Perigonblätter zusammenneigend; alle Perigonblätter lanzettlich bis oval, 8-14 mm lang; Lippe 8-12 mm lang und etwa so breit, flach bis sattelförmig, rundlich, bis auf 4 /5 3teilig oder nur unregelmäßig gezähnt, Mittelabschnitt schmäler als die Seitenabschnitte; Sporn kegelförmig, deutlich gebogen und abwärts gerichtet, ungefähr so lang wie der Fruchtknoten. - Blüte: Später Frühling .

Zytologische Angaben. 2n = 40: Pflanzen mit gelben und roten Blüten sowie Zwischenformen aus Arosio und Airolo (Tessin) und dem Misox untersucht; alle Pflanzen haben das gleiche Chromosomenbild (Heusser 1938). 2n - 42 (nur n = 21 gezählt): Material aus Dänemark (Hagerup 1938), aus Finnland Sorsa (1963).

Standort. Montan und subalpin. Humose, kalkarme bis saure, frische bis trockene Böden in warmen Lagen. Wiesen.

Verbreitung. Europäische Pflanze: Nordwärts bis Loiregebiet, Luxemburg, Skandinavien (bis 61° NB), Südwestfinnland, Polen (Krakau), Karpaten; ostwärts bis ins Dnjeprgebiet; durch ganz Südeuropa (auch Nord westafrika) ostwärts bis in den Kaukasus und Xordpersien. Verbreitungskarte von Meusel (1964). - Im Gebiet: Alpen (besonders Zentral- und Südalpen), Jura (Dole, Les Loges, Colombier, Mont Cerfs bei Ste-Croix), Vogesen, Südschwarzwald; nicht häufig .