4. Orchis coriophora L.,

Wanzen-Orchis

Knollen meist kugelig. Stengel 10-40 cm hoch. Blätter lanzettlich, bis 10 cm lang, 5-10mal so lang wie breit, rinnig gefaltet. Blütenstand 3-6 cm lang, zylindrisch, dichtblütig . Tragblätter häutig, lanzettlich, etwa so lang wie der Fruchtknoten, fast weiß . Blüten: Alle 5 Perigonblätter einen halbkugeligen Helm von 4-5 mm Durchmesser bildend, auch nach dem Verblühen am Rande miteinander verklebt bleibend, spitz, braunrot mit grünen Nerven; Lippe 4-6 mm lang, braunrot, gegen den Grund hin heller, mit roten Flecken, bis auf 1/2 3teilig, Seitenabschnitte vorn zackig gestutzt; Mittelabschnitt ganz, mit stumpfer Spitze, selten gestutzt oder ausgerandet; Sporn kegelförmig, deutlich abwärts gekrümmt, etwa 1/2 so lang wie der Fruchtknoten. - Blüte: Später Frühling und früher Sommer.

Zytologische Angaben. 2n = 38: Material aus dem Gebiet des Comersees (Heusser 1938).

Standort. Kollin und montan. Wechselfeuchte, meist kalkhaltige, lehmige Böden . Nicht oder nur wenig gedüngte Wiesen in sommerwarmen Gegenden.

Verbreitung . Mediterrane Pflanze: Nordwärts bis Belgien, Rheinland, Mitteldeutschland, Österreich, Ungarn, ostwärts durch Süd- und Mittelrußland bis ans Kaspische Meer; im Süden durch das ganze Mediterrangebiet (eingeschlossen Nordwestafrika), durch Kleinasicn bis Persien. - Im Gebiet: Elsaß, Baden, Südschwarzwald, deutsches und schweizerisches Bodenseegebiet, sanktgallisches Rheintal und bündnerische Rheintäler, Savoyen, Dép . Ain, Genferseegebiet, Unterwallis, Jura (Orbe, Neuenburg); Alpensüdseite (Piemont, Tessin, Misox, Bergeil, Comerseegebiet, Veltlin, Bergamasker Alpen); selten, anscheinend im Aussterben begriffen.