Stenus oculivestis nov.sp. (Abb. 45, 106, 154, 176, 229)

M a t e r i a l: Holotypus (♂): W Sichuan: Ya’an Pref., Fulin Co., Daxiang Ling, Pass N Hanyuanjie 51 km NNE Shimian, 2300m, 29 o 39’N, 102 o 37’E, small stream, 10.VII.1999, A. Pütz. Paratypen: 4♀♀: Shimian Co., Daxue Shan, road between Anshunchang-Wanbe, 20 km WSW Shimian, 1500m, 9.VII.1991 A. Pütz.- HT und PTT in coll. Pütz (Eisenhüttenstadt), PTT auch in cP.

B e s c h r e i b u n g: Makropter, schwarz, Elytren im hinteren Aussenviertel mit einer rundlichen, orangenen Makel (Abb. 45), mässig glänzend; Vorderkörper grob bis sehr grob und sehr dicht, Abdomen vorn grob und dicht, hinten wenig fein und dicht punktiert (7. Tergit: Abb. 106); Beborstung kurz, anliegend. Paraglossen oval. 1. und 2. Glied der Kiefertaster hellbraun, das 3. Glied braun, Fühler braun, Beine rötlichbraun, Schenkel zur Spitze allmählich dunkler braun, ebenso die Schienenbasis. Clypeus schwarz, Oberlippe braunschwarz, ziemlich dicht beborstet. Abdomen ziemlich breit gerandet, Paratergite leicht ventral geneigt, diejenigen des 4. Tergits so breit wie die Hinterschienen an ihrer Basis, grob, einreihig punktiert; 4. Tarsenglied tief gelappt.

Länge: 4,4-5,1mm (Vorderkörperlänge: 2,4-2,6mm).

PM des HT: HW: 38; DE: 21; PW: 31; PL: 32,5; EW: 44; EL: 45; SL: 37.

Männchen: Mittelschienen mit kleinem Apikaldorn, Hinterschienen mit kaum erkennbarem Präapikaldorn. Metasternum flach eingedrückt, mässig fein und ziemlich dicht auf sehr flach genetztem Grund punktiert und beborstet. Vordersternite einfach, 6. Sternit in der hinteren Mitte feiner und dichter als an den Seiten punktiert und beborstet, 7. Sternit in der hinteren Mitte eingedrückt und daselbst äusserst fein und äusserst dicht punktiert und beborstet, Hinterrand mässig flach ausgerandet. 8. Sternit mit spitzwinkligem Ausschnitt etwa im hinteren Sechstel des Sternits. 9. Sternit apikolateral gesägt. 10. Tergit am Hinterrand abgerundet. Aedoeagus (Abb. 176), Apikalpartie des Medianlobus in seitlich flachkonkavem Bogen in eine sehr breit abgerundete Spitze verengt; im Innern werden distal hakenförmige Ausstülphaken (Abb. 154) sowie ein breittubiger Innensack deutlich; Parameren viel länger als der Medianlobus, an ihren Spitzen stark löffelförmig erweitert, mit insgesamt etwa 16.-18 langen Borsten.

Weibchen: 8. Sternit am Hinterrand breit abgerundet. Valvifer apikal gesägt. 10. Tergit wie beim Männchen. Spermatheka (Abb. 229), Infundibulum kurz, mittlerer Spermathekengang lang, nur einmal gewunden vor dem kürzeren Endschlauch.

D i f f e r e n z i a l d i a g n o s e: Diese neue Art der S. virgula -Gruppe ist die Schwesterart des S. arisanus CAMERON (von dem ich ausser zahlreichen Exemplaren aus Taiwan auch Belege aus Shaanxi, Hubei, Sichuan, Yunnan und Gansu kenne). Von ihm unterscheidet sie sich klar durch die Gestalt ihrer aedoeagalen Ausstülphaken (diese sind bei S. arisanus distal allenfalls leicht seitlich erweitert: Abb. 156). Was das Exoskelett angeht, so ist die Unterscheidung sehr schwierig; insgesamt ist die neue Art grösser (Vorderkörperlänge von S. arisanus: 2,1- 2,4 Ø 2,2mm), die Abdominalpunktierung weniger grob, die Elytrenmakel kaum oval. Von S. pinguedineus nov.sp. trennt man sie äusserlich durch ihre deutliche Elytrenmakel, ihre bedeutendere Grösse, die dichtere Punktierung des gesamten Körpers und den Aedoeagus.

E t y m o l o g i e: Der Name bezeichnet die Elytrenmakeln (Lat. oculivestis = mit "Augen" bekleidet).