Verdrängt Sceliphron curvatum einheimische Hymenopteren?

Eine Verdrängung von autochthonen Hymenopterenarten, wie z. B. von Sceliphron destillatorium (Illiger, 1807) könnte in Österreich vorliegen (Gepp 2003); aus der Schweiz stehen derartige – allerdings rein korrelative – Hinweise bisher aus. Andere Sceliphron- Arten der Schweiz werden vergleichsweise selten gefunden (info fauna – CSCF 2019), doch reichen die spärlichen gegenwärtigen Daten nicht aus, um daraus eine Verdrängung durch S. curvatum abzuleiten. Dies dürfte nicht nur in Bezug auf die Schweiz, sondern generell zutreffen (Lukáš et al. 2006, Turrisi & Altadonna 2017). Fateryga & Kovblyuk (2014) vermuten allerdings, dass das engere Beutespektrum von S. destillatorium in der Konkurrenz zu S. curvatum (mit einem breiten Beutespektrum) für die erstgenannte Art nachteilig sein könnte; dieser Nachteil soll noch durch den hohen Anteil juveniler Spinnen im Beutespektrum von S. curvatum verstärkt werden. Zumindest dieser letzte Aspekt wird durch unsere Daten (nur 23 % Jungspinnen in den Zellen von S. curvatum) nicht oder kaum gestützt. In der Slowakei kommen beide Arten offenbar schon seit längerer Zeit zusammen vor, ohne dass eine Verdrängung von S. destillatorium erkennbar wäre (Lukáš et al. 2006). Es gibt jedoch einen Hinweis aus Italien, dass diese Art innerhalb von nur 10 Jahren von einer anderen invasiven Sceliphron -Art, dem aus Nordamerika stammenden S. caementarium (Drury, 1773) lokal verdrängt wurde (Campadelli et al. 1999).