Gagea pratensis (Pers.) Dumort.

Wiesen-Gelbstern

Art ISFS: 175900 Checklist: 1020190 Liliaceae Gagea Gagea pratensis (Pers.) Dumort.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 10-15 cm hoch, meist mit einem einzigen grundständigen Blatt, dieses nur 4-6 mm breit, an der Spitze allmählich verschmälert, nicht kapuzenförmig, höchstens so breit wie das unterste Hochblatt, dieses den Blütenstand überragend . Sonst wie G. lutea (Nr. 2425) .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 4

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Äcker, kalkhaltige Lehm- und Lössböden / kollin / GR (Rheintal), SH, ZH, AG

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Europäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 2w44-44 + 4.g.2n=36,48,60

Status

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Nationale Priorität: 2 - Hohe nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Wenige, isolierte Populationen Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensivierung, insbesondere starke Düngung), grosse Parzellierung Zwiebelgeophytenfeindliche Bewirtschaftung der Rebberge: dichte Grasuntersaat, tiefe Bodenbearbeitung, häufiges Mähen und Mulchen, Herbizide schon im Frühling Verbuschung, Sukzession, Zu dichte Vegetation während der Vegetationszeit Umwandlung von Getreide- zu Maisäckern Verschwinden von Obstbäumen in Äckern und der Hochstamm-Obstgärten

Ökologie

Lebensform Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

8.2.3.2 - Kalkreicher, lehmiger Hackfruchtacker (Fumario-Euphorbion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig trocken; Feuchtigkeit mässig wechselnd ( ± 1-2 Stufen)Lichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl NnährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Gagea pratensis (Pers.) Dumort.

Volksname Deutscher Name: Wiesen-Gelbstern Nom français: Etoile jaune des prés Nome italiano: Cipollaccio dei prati

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Checklist 2017175900
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Flora Helvetica 20012854
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Flora Helvetica 20122430
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Flora Helvetica 20182430
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Index synonymique 1996175900
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Landolt 1977684
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Landolt 1991595
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.SISF/ISFS 2175900
=Gagea pratensis (Pers.) Dumort.Welten & Sutter 19822069

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A4c

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A4c
Mittelland (MP)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A4c
Alpennordflanke (NA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A4c
Alpensüdflanke (SA)--
Östliche Zentralalpen (EA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A4c
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität2 - Hohe nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
Schweiz--
SHVollständig geschützt(06.03.1979)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Wenige, isolierte Populationen Schutz aller Fundorte (Mikroreservate) Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring) Dauerflächenbeobachtung einrichten Ex-situ Vermehrung von indigenem Material (Vermehrung über Samen war noch nie erfolgreich. Auspflanzung von Knöllchen ebenfalls nicht erfolgreich. Deshalb ist der Erhalt der bestehenden Populationen von grösster Bedeutung. Es dauert ca. 10 Jahre bis genügend Knöllchen vorhanden sind) Kultur mit nährstoffreichem Substrat, während der Vegetativen Periode im Winter mit genügend Wasser Frostschutz bei längeren Phasen von Temp unter -5 C° Keine Bodenbearbeitung, Mahd, Beweidung, Herbizid Applikation von Oktober bis Mitte Mai durchführen Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensivierung, insbesondere starke Düngung), grosse Parzellierung Verzicht bzw. starke Reduktion von Düngung Kleinparzellierte Flächen beibehalten Buntbrachen und extensive Randstreifen schaffen ( Ökobeiträge) Förderung und Erhaltung der traditionellen landwirtschaftlichen Bearbeitung (Hacken) um die Verteilung der Nebenzwiebeln zu begünstigen Bewirtschaftungsverträge abschliessen Zwiebelgeophytenfeindliche Bewirtschaftung der Rebberge: dichte Grasuntersaat, tiefe Bodenbearbeitung, häufiges Mähen und Mulchen, Herbizide schon im Frühling Eingriffe (auch Herbizide) nur in Ruhephase von Juni-Oktober «Unsauberes» Hacken alle 2 Jahre (offener Boden <70%), max. 10-15 cm tief Mähen und Mulchen max. so häufig wie für das Gedeihen der Reben unabdingbar (Integrierte Produktion) In allen Biotopen keine Störung der Art während Vegetationsphase (tw. schon ab Oktober bis Mai) Verbuschung, Sukzession, Zu dichte Vegetation während der Vegetationszeit Entbuschen Erhaltung offener Bedingungen mit wenig Konkurrenz (Hacken, alternative Bodenbearbeitung usw.) Schnitt oder Beweidung im Herbst Waldränder (und andere Wuchsorte) so pflegen, dass während Vegetationsphase der Art ( Spätwinter/Frühsommer) gute Belichtung besteht, sonst aber konkurrierende Arten reduziert werden (Z.B. Beschattung nach Laubaustrieb) Umwandlung von Getreide- zu Maisäckern Förderung extensiver Getreideäcker (z. B. mit alten Kultursorten) Verschwinden von Obstbäumen in Äckern und der Hochstamm-Obstgärten Schutz der Obstbäume über finanzielle und vertragliche Anreize für die Landwirte Erhaltung und Schaffung von Hochstamm-Obstgärten Gehölze erhalten, aber Unterwuchs korrekt bewirtschaften (Mahd oder Weide von Mai bis September) Ex situ Material Close In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz S. Schneider, 2017: Konzeption zum Schutz gefährdeter Ackerwildkräuter in Luxemburg, Maßnahmen zum Erhalt - Vortrag auf dem Workshop Schutz der gefährdeten Ackerflora und -fauna, Bertrange. Organisiert von SICONA & Partnern S. Meyer et al, 2013: Ackerwildkrautschutz - Eine Bibliographie - BfN Skripten 351 U. Weibel & A. Keel, 2004: Aktionsplan Gagea pratensis Fachstelle Naturschutz Kt. Zürich & Topos, 2016: Anleitung zur Kultivierung Gagea pratensis S. Brodbeck and al., 2021: Bestimmung der Genomgrösse und Ploidiestufe von Gagea pratensis und G. villosa aufgrund von Flow Cytometry