Cistus salviifolius L.

Salbeiblättrige Zistrose

Art ISFS: 115600 Checklist: 1012510 Cistaceae Cistus Cistus salviifolius L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 30-60 cm hoher Strauch, an Zweigen, Blättern und Blütenstielen von Stern- und Büschelhaaren dicht filzig. Blätter gegenständig, kurz gestielt bis sitzend, oval, runzelig, ganzrandig. Blüten weiss, mit fünf 1,5- 2 cm langen, am Grund gelben Kronblättern, zahlreichen Staubblättern, 2 Aussen- und 3 Innenkelchblättern, die 2 äusseren am Grund breit herzförmig, die 3 inneren gerundet. Frucht 5 fächerig, aufrecht, 5-8 mm lang.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Buschige und felsige Sonnenhänge / kollin(-montan) / TI (Centovalli u.a.)

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mediterran

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 122-453.n-z.2n=18

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 2 - Mittel Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen (die einheimischen Vorkommen sind nördliche Vorposten einer mediterranen Verbreitung) Zerstörung des Lebensraums (Siedlungsbau, Terrainveränderungen) Geringere Anzahl Waldbrände pro Jahr Ungeeignete Pflege (zu intensiver Unterhalt von Strassenböschungen) Konkurrenz, eingeführte Arten (z. B. Robinie, Exoten) Verbuschung (v. a. Cytisus), Beschattung z. B. wegen der Aufgabe der traditionellen Streunutzung im Wald (Fichten-)Aufforstungen

Ökologie

Lebensform Nanophanerophyt, Verholzter Chamaephyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

5.3.1 - Besenginster-Gebüsche (Sarothamnion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fsehr trockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rsauer (pH 3.5-6.5)Temperaturzahl Tsehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Cistus salviifolius L.

Volksname Deutscher Name: Salbeiblättrige Zistrose Nom français: Ciste à feuilles de sauge Nome italiano: Cisto femmina, Brentina, Scornabecco

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Cistus salviifolius L.Checklist 2017115600
=Cistus salviifolius L.Flora Helvetica 2001534
=Cistus salviifolius L.Flora Helvetica 2012834
=Cistus salviifolius L.Flora Helvetica 2018834
=Cistus salviifolius L.Index synonymique 1996115600
=Cistus salviifolius L.Landolt 19772039
=Cistus salviifolius L.Landolt 19911662
=Cistus salviifolius L.SISF/ISFS 2115600
=Cistus salviifolius L.Welten & Sutter 19821066

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)--
Mittelland (MP)--
Alpennordflanke (NA)--
Alpensüdflanke (SA)verletzlich (Vulnerable)C2a(i)
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung2 - Mittel
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
Schweiz--

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele für die Waldbewirtschaftung:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen (die einheimischen Vorkommen sind nördliche Vorposten einer mediterranen Verbreitung) Besonderer Schutz der natürlich waldfreien Fundstellen, z.B. Felsköpfe (als Keimzellen für Wiederbesiedelung) Regelmässige Bestandeskontrollen weiterführen (Monitoring) Ex-situ kultivieren, um das Wissen über die Bedürfnisse der Art zu erweitern Zerstörung des Lebensraums (Siedlungsbau, Terrainveränderungen) Bei der Planung auf Vorkommen (aktuell und potentiell!) Rücksicht nehmen Geringere Anzahl Waldbrände pro Jahr Ausserhalb Siedlungsgebiet periodisch kontrollierte Waldbrände zulassen (ca. alle 15 Jahre) Ungeeignete Pflege (zu intensiver Unterhalt von Strassenböschungen) Lichte Bedingungen schaffen (z. B. entlang von Freileitungen und an Strassenböschungen) Böschungen nicht alljährlich mähen Konkurrenz, eingeführte Arten (z. B. Robinie, Exoten) Invasive Arten früh bekämpfen Verbuschung (v. a. Cytisus), Beschattung z. B. wegen der Aufgabe der traditionellen Streunutzung im Wald Lokal auslichten Lichte Wälder durch die Forstwirtschaft fördern Entbuschen Eventuell leicht beweiden (Fichten-)Aufforstungen Keine standortsfremde oder dichte Aufforstungen In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz M. Moretti et al., 2020: Genetic diversity and reproductive ecology of the sage-leaved rockrose, Cistus salviifolius L., in the Swiss Alps, Plant Ecol 221:361-374 M. Moretti et al., 2008: Determinants for the conservation of a vulnerable fire-dependent species at its marginal range, Plant Ecol 199:89-98 M. Moretti et al., 2006: Modelling the influence of change in fire regime on the local distribution of a Mediterranean pyrophytic plant species ( Cistus salviifolius) at its northern range limit, Journal of Biogeography 33, 1492-1502