Deschampsia littoralis (Gaudin) Reut.

Strand-Schmiele

Art ISFS: 134990 Checklist: 1015050 Poaceae Deschampsia Deschampsia littoralis (Gaudin) Reut.

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie D. cespitosa, aber Blätter weniger rau, kurz, oft eingerollt, Blatthäutchen höchstens 4 mm lang, Rispenäste meist glatt, die obere Hüllspelze oft 5-6 mm lang (bei D. cespitosa nur 3-4 mm), Granne der Deckspelze diese überragend, aus dem Ährchen hervortretend. Oft vivipar (Bild).

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 7-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Zeitweise überschwemmte, kiesige Ufer / kollin-montan(-subalpin) / Bodenseegebiet, Lac de Joux, früher auch Genfersee u.a.

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Westeuropäisch ?

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 4w + 33-433.h.2n=(49)56

Status

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Nationale Priorität: 1 - Sehr hohe nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 3 - Hoch Erhalten/ Fördern Gefährdungen Wenige, isolierte Vorkommen Regulierung des Wasserstandes (Stauung) Zerstörung des Lebensraums (Uferverbau, Überbauung und Befestigungen jeglicher Art, Stege, Bootsanlegeplätze, Überschüttung mit Kies, Badestrände) Konkurrenz ( Phalaris arundinacea, Phragmites australis, Agrostis stolonifera, Carex acuta, C. elata; bei den drei letzten nützt die Mahd nichts!) Verbuschung, Beschattung, Laubfall Intensive touristische Nutzung (Baden, Surfen, Camping) Eutrophierung, dichter Algenwuchs

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

KEINE ANGABE

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl F--Lichtzahl L--Salzzeichen--
Reaktionszahl R--Temperaturzahl T--
Nährstoffzahl N--Kontinentalitätszahl K--

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Deschampsia littoralis (Gaudin) Reut.

Volksname Deutscher Name: Strand-Schmiele Nom français: Canche des rives Nome italiano: Migliarino prolifero

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Deschampsia littoralis (Gaudin) Reut.Checklist 2017134990
=Deschampsia littoralis (Gaudin) Reut.Flora Helvetica 20182916

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Kommentare aus der Checklist 2017 Neues Konzept: Die Art ist gegenüber SISF-2 enger gefasst, da D. rhenana Gremli abgetrennt wurde. Checklist

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A3c; C1

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A3c; C1
Mittelland (MP)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A3c; C1
Alpennordflanke (NA)--
Alpensüdflanke (SA)nicht beurteilt (Not Evaluated)
Östliche Zentralalpen (EA)nicht beurteilt (Not Evaluated)
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität1 - Sehr hohe nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung3 - Hoch
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Wenige, isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring) Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen Fundstellen, Verstärkung von Vorkommen (indigenes Material vom Lac de Joux) Bestehende Pflegemassnahmen weiterführen Regulierung des Wasserstandes (Stauung) Keine Regulierung des Wasserstandes Seespiegelschwankungen erhalten oder wiederherstellen Zerstörung des Lebensraums (Uferverbau, Überbauung und Befestigungen jeglicher Art, Stege, Bootsanlegeplätze, Überschüttung mit Kies, Badestrände) Prioritäre Erhaltung der bestehenden Lebensräume Koordination von Bauprojekten zugunsten der Art Einbezug der Strömungsdynamik in die Planung Konkurrenz ( Phalaris arundinacea, Phragmites australis, Agrostis stolonifera, Carex acuta, C. elata; bei den drei letzten nützt die Mahd nichts!) Ausreissen von konkurrierenden Einzelpflanzen ( P. arundinacea, C. acuta); zweimalige Mahd ( P. australis, P. arundinacea, flächig nur falls gefroren) Soden entfernen ( A. stolonifera) Aushacken ( C. elata) Verbuschung, Beschattung, Laubfall Entbuschen Auslichten (z. B. aufwachsende Kopfweiden) Schnittprodukt immer entfernen, keine Feuer im direkten Strandbereich Intensive touristische Nutzung (Baden, Surfen, Camping) Aktuelle Fundorte z. T. einzäunen oder absperren Eutrophierung, dichter Algenwuchs Wasserschutzmassnahmen weiterführen Nicht sauber geklärte Einläufe sanieren Allfällige Algenmatten vorsichtig entfernen Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz