Phleum paniculatum Huds.

Rispiges Lieschgras

Art ISFS: 299800 Checklist: 1033380 Poaceae Phleum Phleum paniculatum Huds.

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie Ph. phleoides, aber Blätter bis 8 mm breit, ohne knorpeligen Hautrand, Blatthäutchen bis 5 mm lang, stumpf, Hüllspelzen oben bauchig erweitert und plötzlich in einen ca. 0,3 mm langen Zahn verschmälert, mit diesem ca. 2 mm lang, ohne Hautrand.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Trockenwiesen, Rebberge, Ödland / kollin / VS, M, vereinzelt JN und AN

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Südeuropäisch-westasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 1 + 33-455.t.2n=28

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Ungeeignete Landwirtschaft (Intensivierung) Herbizide und Eutrophierung Unkrautbekämpfung Kleine, isolierte Vorkommen Rückgang geeigneter Lebensräume: extensiv genutzte Rebberge und Äcker in trockenwarmen Lagen v.a. auf sandigen Böden Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund oder oval. Leitbündel in einer Reihe. Kleine Interzellularen, oft dreieckig. Epidermiszellen verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 1-2 mm, wall large, radius of culm in relation to wall thickness approximately 1:0.5. Outline circular with a smooth surface. Culm-center hollow and surrounded by a few thin-walled, not lignified cells. Epidermis-cells thick-walled all around. Large vascular bundles arranged in one peripheral row. Chlorenchyma very small in 1-3 lined-up cells. Sclerenchyma in a large, peripheral continuous belt (> 3 cells). Cells thick-walled. Small sclerenchymatic sheath with 1-2 cells around vascular bundles. Largest vessels in vascular bundles in lateral position. Cavities (intercellulars) between parenchyma-cells present, small, often triangular. Distinct cavities (intercellulars) in the protoxylem area of vascular bundles.

Ökologie

Lebensform Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

8.2.3.4 - Kalkreicher, trockener Hackfruchtacker (Eragrostion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl FtrockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rschwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)Temperaturzahl Tsehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)
Nährstoffzahl Nmässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreichKontinentalitätszahl Kkontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Phleum paniculatum Huds.

Volksname Deutscher Name: Rispiges Lieschgras Nom français: Phléole paniculée Nome italiano: Codolina lima

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Phleum paniculatum Huds.Checklist 2017299800
=Phleum paniculatum Huds.Flora Helvetica 20012782
=Phleum paniculatum Huds.Flora Helvetica 20122962
=Phleum paniculatum Huds.Flora Helvetica 20182962
=Phleum paniculatum Huds.Index synonymique 1996299800
=Phleum paniculatum Huds.Landolt 1977218
=Phleum paniculatum Huds.Landolt 1991202
=Phleum paniculatum Huds.SISF/ISFS 2299800
=Phleum paniculatum Huds.Welten & Sutter 19822323

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(ii,iii); C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)B2ab(ii,iii); C2a(i)
Mittelland (MP)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)B2ab(ii,iii); C2a(i)
Alpennordflanke (NA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)B2ab(ii,iii); C2a(i)
Alpensüdflanke (SA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Östliche Zentralalpen (EA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Westliche Zentralalpen (WA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)B2ab(ii,iii); C2a(i)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände0 - Überwachung ist nicht nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
Schweiz--
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Ungeeignete Landwirtschaft (Intensivierung) " Biodiversitätsförderflächen " Verträge mit der Erhaltung von Pflügen (Die Entschädigung der Landwirte gilt des erhöhten Arbeitsaufwandes und den Minderertrag ab) Getreidebetonte Fruchtfolge (min. 50% Getreide) Mechanische Unkrautbekämpfung nur vor dem Auflaufen der Kultur Nutzung so anpassen, dass Art ausreichend lang wachsen und versamen kann Herbizide und Eutrophierung Keine Herbizideinsatz (punktuelle Ausnahmen) Reduktion der Stickstoffdüngung auf einen Drittel der empfohlenen Menge für die entsprechende Kultur über die ganze Fruchtfolge Unkrautbekämpfung Weder mechanische noch chemische Unkrautbekämpfung während den Getreidejahren Wendende Saatbettbereitung Kleine, isolierte Vorkommen Regelmäßiges Überwachen der Vorkommen durchführen (Methode PopCount, Mission Überwachen) Ex-situ Vermehrung von indigenem Material in einem botanischen Garten und Saatgutbank erstellen Rückgang geeigneter Lebensräume: extensiv genutzte Rebberge und Äcker in trockenwarmen Lagen v.a. auf sandigen Böden Extensiv genutzte Rebberge und Äcker in trockenwarmen Lagen v.a. auf sandigen Böden fördern Ackerreservate, Zwischenflächen (Sand-"Strukturen") in Rebbergen fördern Förderung von Störstellen auf sandigen Böden in trockenwarmen Lagen Ex situ Material Close