Melica transsilvanica Schur

Siebenbürgisches Perlgras

Art ISFS: 257000 Checklist: 1028700 Poaceae Melica Melica transsilvanica Schur

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie M. ciliata, aber Stängel oft überhängend, Blätter meist flach, mit scharfem Kiel, unterste Blattscheiden abstehend behaart, Blütenstand dicht, dessen Hauptachse meist verdeckt (bei M. ciliata meist sichtbar). Ährchen meist violett-bräunlich überlaufen, untere Hüllspelze nur 1/3-2/3 so lang wie die obere.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Trockenwiesen, Berberitzengebüsch / kollin-montan(-subalpin) / GR (Unterengadin, Münstertal, Puschlav), VS (Zermatt)

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Osteuropäisch-westasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 142-445.h.2n=18(ca.30)

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Verbuschung, Beschattung, Sukzession Verlust des Lebensraums Wenige, isolierte Populationen Wegrandpflege Einbringung von Saatgut unbekannter Herkunft Anatomie

Zusammenfassung der Blattanatomie Obere Epidermiszellen gleich gross wie untere. Epidermis mit Papillen. Epidermiszellen aussen verholzt. Verbindungs-Steg zwischen oberer und unterer Epidermis homogen verholzt. Leitbündel im Verbindungs-Steg in der Mitte eingebettet. Leitbündelhülle verho

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund gewellt. Leitbündel in mehreren Reihen. Epidermiszellen verholzt. Chlorenchyma in tangential verlängerten Gruppen.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 0.5-1 mm, wall large, radius of culm in relation to wall thickness approximately 1:0.5. Outline circular wavy. Culm-center hollow and surrounded by a few thin-walled, not lignified cells. Epidermis-cells thick-walled all around. Large vascular bundles arranged in 2-3 peripheral rows. Chlorenchyma in round, oval, square or rectangular groups. Sclerenchyma in a large, peripheral continuous belt (> 3 cells). Cells medium thick-walled. Small sclerenchymatic sheath with 1-2 cells around vascular bundles. Largest vessels in vascular bundles in lateral position. Largest vessel in the bundle 20-50 μm .

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.6.1 - Queckenbrache (Convolvulo-Agropyrion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fsehr trockenLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Tkollin ( Laubmischwälder mit Eichen)
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Kkontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Melica transsilvanica Schur

Volksname Deutscher Name: Siebenbürgisches Perlgras Nom français: Mélique de Transsylvanie Nome italiano: Melica di Transilvania

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Melica transsilvanica SchurChecklist 2017257000
=Melica transsilvanica SchurFlora Helvetica 20012678
=Melica transsilvanica SchurFlora Helvetica 20122854
=Melica transsilvanica SchurFlora Helvetica 20182854
=Melica transsilvanica SchurIndex synonymique 1996257000
=Melica transsilvanica SchurLandolt 1977233
=Melica transsilvanica SchurLandolt 1991214
=Melica transsilvanica SchurSISF/ISFS 2257000
=Melica transsilvanica SchurWelten & Sutter 19822243

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(ii,iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)--
Mittelland (MP)nicht anwendbar (Not Applicable)
Alpennordflanke (NA)--
Alpensüdflanke (SA)verletzlich (Vulnerable)D2
Östliche Zentralalpen (EA)verletzlich (Vulnerable)B2ab(ii,iii)
Westliche Zentralalpen (WA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(ii,iii)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

Kein internationaler, nationaler oder kantonaler Schutz

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Verbuschung, Beschattung, Sukzession Gegebenenfalls entbuschen Verlust des Lebensraums Förderung der extensiven trockenen Weiden Erhaltung der Hecken, Feld- und Ufergehölze Erhaltung und Schutz der Bunt-, Rotationsbrachen Bewirtschaftungsverträge abschliessen ( Biodiversitätsförderung in der Schweizer Landwirtschaft) Wenige, isolierte Populationen Regelmässige Kontrollen (Pflanzenpatenschaften, Mission Überwachen) Wegrandpflege In Gebieten mit Vorkommen Wegrandpflege sensiblisieren und beim Pflegeeinsatz Rücksicht auf die Art nehmen Einbringung von Saatgut unbekannter Herkunft Die Art wurde in letzter Zeit öfters an bisher nicht bekannten Stellen nachgewiesen und es ist wahrscheinlich, dass sie mit Saatgut eingebracht wird. Es ist wenig zielführend wenn diese natürlicherweise seltene Art in Gebieten, wo sie bisher nicht vorkam angesalbt wird, insbesondere wenn das Saatgut aus nicht bekannter Herkunft stammt und eine solche Ansiedlung nicht mit dem Kanton abgesprochen und dokumentiert wird. Mehr Informationen M. Szczepaniak & E. Cieślak, 2011: Genetic and morphological differentiation between Melica ciliata L. and M. transsilvanica Schur ( Poaceae) in Europe reveals the non-presence of M. ciliata in the Polish flora, Acta Societatis Botanicorum Poloniae