Ranunculus sceleratus L.

Gift-Hahnenfuss

Art ISFS: 341500 Checklist: 1037890 Ranunculaceae Ranunculus Ranunculus sceleratus L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 10-90 cm hoch, aufrecht, kahl, reichblütig . Grundständige und untere Stängelblätter lang gestielt, bis (fast) zum Grund 3(-5)teilig, Abschnitte nochmals 2-3teilig, etwas fleischig-glänzend . Obere Blätter sitzend, bis zum Grund 3teilig, mit schmal-lanzettlichen Abschnitten. Blüten hellgelb, Durchmesser 0,5- 1 cm. Fruchtköpfchen länglich-walzenförmig, mit 70-100 Früchtchen .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Sümpfe, Gräben, Ufer, Schuttplätze / kollin(-montan) / M, vereinzelt A und J

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 4 + w + 45+444.t.2n=16,32,64

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Sukzession, Konkurrenz Zerstörung des Lebensraums (Melioration, Austrocknung, Entwässerung, Überbauung) Kleine, isolierte Vorkommen Ungeeignete Bewirtschaftung (Beweidung) Verlust des Lebensraums ( Rückgang von astatischen Kleingewässern mit nährstoffreichem Gewässergrund und Rückgang von flacher, unverbauter Seeufern, mit stark wechselnden Wasserstand)

Ökologie

Lebensform Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

2.5 - Wechselfeuchte Pionierfluren
2.5.2 - Mehrjährige Schlammflur (Zweizahnflur) (Bidention)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fnass; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhellSalzzeichen1
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Tkollin ( Laubmischwälder mit Eichen)
Nährstoffzahl Nsehr nährstoffreich bis überdüngtKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Ranunculus sceleratus L.

Volksname Deutscher Name: Gift-Hahnenfuss Nom français: Renoncule vénéneuse Nome italiano: Ranuncolo tossico

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Ranunculus sceleratus L.Checklist 2017341500
=Ranunculus sceleratus L.Flora Helvetica 2001183
=Ranunculus sceleratus L.Flora Helvetica 2012178
=Ranunculus sceleratus L.Flora Helvetica 2018178
=Ranunculus sceleratus L.Index synonymique 1996341500
=Ranunculus sceleratus L.Landolt 19771188
=Ranunculus sceleratus L.Landolt 19911025
=Ranunculus sceleratus L.SISF/ISFS 2341500
=Ranunculus sceleratus L.Welten & Sutter 1982403

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A2c; B2ab(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)stark gefährdet (Endangered)C2a(i)
Mittelland (MP)verletzlich (Vulnerable)A2c; B2ab(iii)
Alpennordflanke (NA)verletzlich (Vulnerable)A2c; B2ab(iii)
Alpensüdflanke (SA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)c(iii)
Östliche Zentralalpen (EA)stark gefährdet (Endangered)C2a(i)
Westliche Zentralalpen (WA)verletzlich (Vulnerable)A2c; B2ab(iii)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
NWVollständig geschützt(29.11.2005)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Sukzession, Konkurrenz Periodisch wechselnasse bis nasse offene Pionierstellen schaffen oder zulassen (an Teichen, in Kiesgruben, an nassen Riedwegen, an Mähein- /-ausfahrten in Riedweisen und offenen, erodierten Stellen in Flachmooren sowie an neu angelegten Teichen) Zerstörung des Lebensraums (Melioration, Austrocknung, Entwässerung, Überbauung) Austrocknung entgegenwirken Keine weiteren Entwässerungen oder Drainage wechselnasser Mulden bewilligen Berücksichtigung der Lebensräume und der Arten bei der Erstellung neuer Projekte Kleine, isolierte Vorkommen Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate) Regelmäßige Bestandeskontrollen Sammeln von Saatgut und Bildung einer Saatgutbank Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an potentiellen Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen Ungeeignete Bewirtschaftung (Beweidung) Je nach Fundsituation Bereiche zumindest alle 2-3 Jahre kleinflächig auszäunen Erst nach Absamen beweiden Verlust des Lebensraums ( Rückgang von astatischen Kleingewässern mit nährstoffreichem Gewässergrund und Rückgang von flacher, unverbauter Seeufern, mit stark wechselnden Wasserstand) Renaturierung durch Abhumisierung und Schaffung wechselnasser Pionierfluren Im Bereich von neuen Lebensräumen bisherige Drainage verschliessen Regelmäßige Pflege der Teichränder zur Schaffung offener Flächen Flutmulden anlegen im ehemaligen Verbreitungsgebiet Erhaltung flacher, unverbauter Seeufern, mit stark wechselndem Wasserstand und dadurch geringer Vegeationsbedeckung Ex situ Material Close In-situ Massnahmen Close