Gentiana prostrata Haenke

Niederliegender Enzian

Art ISFS: 184700 Checklist: 1021180 Gentianaceae Gentiana Gentiana prostrata Haenke

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 2-7(-11) cm hoch, niederliegend oder aufsteigend, einfach oder verzweigt. Blätter am Grund gedrängt, eilänglich, stumpf, die unteren kürzer und breiter als die oberen. Blüten einzeln am Ende der Zweige. Krone stahlblau, mit 1-2 cm langer Röhre und 5 oder 4 ausgebreiteten Zipfeln, dazwischen ausgebreitete, grosse Zähne . Narbenäste zurückgerollt, Griffel kurz oder fehlend. Kelchzipfel mit deutlicher weisser Verbindungshaut.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 7-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Rasen / subalpin-alpin / GR (Avers, Oberhalbstein, Bergell, Unterengadin)

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Arktisch-alpin

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 2 + 44-413.t.2n=36

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 2 - Hohe nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 2 - Mittel Erhalten/ Fördern Gefährdungen Aufgabe der traditionellen Beweidung Verdrängung der Art nach dem Ende der Beweidung, Sukzession, Konkurrenz Aufgabe der Benutzung der Viehwege Zerstörung des Lebensraums (Wegbau, Strassenausbau) Wenige, isolierte Populationen

Ökologie

Lebensform Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.3.4 - Windkantenrasen (Nacktriedrasen) (Elynion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl FfrischLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Talpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
Nährstoffzahl NnährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Gentiana prostrata Haenke

Volksname Deutscher Name: Niederliegender Enzian Nom français: Gentiane couchée Nome italiano: Genziana a dieci punte

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Gentiana prostrata HaenkeChecklist 2017184700
=Gentiana prostrata HaenkeFlora Helvetica 20011516
=Gentiana prostrata HaenkeFlora Helvetica 20121408
=Gentiana prostrata HaenkeFlora Helvetica 20181408
=Gentiana prostrata HaenkeIndex synonymique 1996184700
=Gentiana prostrata HaenkeLandolt 19772374
=Gentiana prostrata HaenkeLandolt 19911928
=Gentiana prostrata HaenkeSISF/ISFS 2184700
=Gentiana prostrata HaenkeWelten & Sutter 19821289

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C1; C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)--
Mittelland (MP)--
Alpennordflanke (NA)--
Alpensüdflanke (SA)stark gefährdet (Endangered)C1; C2a(i)
Östliche Zentralalpen (EA)stark gefährdet (Endangered)C1; C2a(i)
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität2 - Hohe nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung2 - Mittel
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GRVollständig geschützt(01.12.2012)
Schweiz--

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Aufgabe der traditionellen Beweidung Förderung und Weiterführen der traditionellen Alpwirtschaft mit mehreren Lägern auf den Alpen im Avers Bewirtschaftungsbeiträge abschliessen Verdrängung der Art nach dem Ende der Beweidung, Sukzession, Konkurrenz Weiterhin beweiden, sonst als Pflegemassnahme mähen Abtransport des Schnittgutes Aufgabe der Benutzung der Viehwege Traditionelle Viehwege weiter nutzen, evtl. alternativ durch Pferde, Schafe oder Ziegen Zerstörung des Lebensraums (Wegbau, Strassenausbau) Rücksicht auf die Fundstellen im Talboden nehmen Wenige, isolierte Populationen Pflanzenschutzgebiet im ganzen Avers inklusive dem oberem Val Bercla schaffen (viele sehr seltene Arten) Regelmässige Bestandeskontrollen Dauerflächen Beobachtung einrichten Erfolgskontrolle der durchgeführten Massnahmen Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz