Gentiana germanica Willd.

Deutscher Enzian

Art ISFS: 183800 Checklist: 1021090 Gentianaceae Gentiana Gentiana germanica Willd. Enthaelt: Gentiana germanica Willd. subsp. germanica Gentiana germanica subsp. rhaetica (A. Kern. & Jos. Kern.) Hayek Gentiana germanica subsp. solstitialis (Wettst.) Vollm.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Meist ästig . Grundständige Blätter rosettig, lanzettlich, zur Blütezeit meist abgestorben, obere eilanzettlich. Krone 5teilig, violett, mit 2,5-3,5 cm langer, schlank-trichterförmiger Röhre, im Schlund bärtig, Zipfel 9-15 mm lang und 3-5 mm breit. Kelch bis über die Mitte 5-, selten 4teilig, mit spitzen Buchten und schmal-lanzettlichen Zipfeln, diese unter sich +/- gleich, meist kürzer als die Kronzipfel, am Rand mit kurzen, kegelförmigen Papillen oder fast kahl. Fruchtknoten im Kelch 2-6 mm lang gestielt.

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Wiesen, Weiden, auf kalkreichem Boden / CH

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mitteleuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 2 + w + 42-432.k-t.2n=36

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Ungeeignete Pflege ( Frühschnitt) Verlust des Lebensraums (Verbuschung, Verwaldung von Magerwiesen, Rückgang von sehr nährstoffarmen Böden) Kleine Vorkommen Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensivierung oder Aufgabe der Nutzung) Rückgang von sehr nährstoffarmen Böden

Ökologie

Lebensform Monokarper Hemikryptophyt, Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

4.2.4 - Mitteleuropäischer Halbtrockenrasen (Mesobromion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Ffrisch; Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)Lichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rneutral bis basisch (pH 5.5-8.5)Temperaturzahl Tmontan ( Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
Nährstoffzahl NnährstoffarmKontinentalitätszahl Ksubozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Gentiana germanica Willd.

Volksname Deutscher Name: Deutscher Enzian Nom français: Gentiane d'automne Nome italiano: Genziana germanica

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Gentiana germanica Willd.Checklist 2017183800
=Gentiana germanica Willd.Flora Helvetica 20011533-1535
=Gentiana germanica Willd.Flora Helvetica 20121425-1427
=Gentiana germanica Willd.Flora Helvetica 20181425-1427
=Gentiana germanica Willd.Index synonymique 1996183800
=Gentiana germanica Willd.Landolt 19772388
=Gentiana germanica Willd.Landolt 19911940
=Gentiana germanica Willd.SISF/ISFS 2183800
=Welten & Sutter 19821309

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: A3c

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verletzlich (Vulnerable)A3c
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)A3c
Alpennordflanke (NA)verletzlich (Vulnerable)A3c
Alpensüdflanke (SA)verletzlich (Vulnerable)A3c
Östliche Zentralalpen (EA)verletzlich (Vulnerable)A3c
Westliche Zentralalpen (WA)verletzlich (Vulnerable)A3c

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
AGVollständig geschützt(01.01.2010)
BETeilweise geschützt(01.01.2016)
FRTeilweise geschützt(12.03.1973)
GLTeilweise geschützt(07.05.2006)
JUTeilweise geschützt(06.12.1978)
SHVollständig geschützt(06.03.1979)
Schweiz--
SZVollständig geschützt(24.09.1992)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
ZHVollständig geschützt(03.12.1964)
TIVollständig geschützt(23.01.2013)
AIVollständig geschützt(13.03.1989)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:L - Leitartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Ungeeignete Pflege ( Frühschnitt) Anpassen des Schnittzeitpunktes, frühester Schnitt Mitte Oktober Einzäunen der Fläche, falls erforderlich, und ordnungsgemäße Pflege der Fläche nach der Saatgutbildung Verlust des Lebensraums (Verbuschung, Verwaldung von Magerwiesen, Rückgang von sehr nährstoffarmen Böden) Erhaltung von lockerwüchsigen Magerwiesen und Förderung von lichten Wäldern Mähwiesen erhalten und Umwandlung in Weiden durch Beiträge vermeiden Kleine Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Förderung der Ausbreitung von Vorkommen in Bereichen, in denen die Pflege angepasst ist (abwechselndes Mähen) Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen Ungeeignete Bewirtschaftung (Intensivierung oder Aufgabe der Nutzung) Förderung und Erhaltung der traditionellen extensiven Nutzung Offenhaltung durch Nutzungsverträge garantieren (Verbuschung, insbesondere durch die Grünerle (Alnus viridis) vermeiden) Rückgang von sehr nährstoffarmen Böden Förderung der Ausmagerung von Standorte Als letzter Ausweg, Bodenabtrag insbesondere auf Kalkmergel Ex situ Material Close In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen Emwelt.lu, portail de l'environnement: Plans d'actions espèces C. Steinbach, 2006: Plan d'action Gentianella germanica